Sektion Natürliche Fertilität

Die „Sektion Natürliche Fertilität“ (SNF) ist eine Arbeitsgruppe in der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin e. V. (DGGEF).

Die „Sektion Natürliche Fertilität“ setzt sich für die Förderung von Wissenschaft, Forschung, Weiterbildung und Qualitätssicherung im Bereich der natürlichen Fertilität ein und verfolgt das Ziel, fundiertes Wissen zu diesem Thema breit in der Bevölkerung zu verankern.

Zu diesem Zweck initiiert, begleitet und koordiniert sie Forschungsprojekte, die die wissenschaftliche Qualität und Wirksamkeit von Angeboten der Natürlichen Fertilität und der Natürlichen Familienplanung (NFP) systematisch prüfen und bewerten. Zentrale Grundlage ist die kontinuierliche Überprüfung der bestehenden Methoden und Regelwerke auf ihre Validität. Auf Basis aktueller Daten werden diese bei Bedarf weiterentwickelt und durch statistisch fundierte Anpassungen ergänzt, um eine moderne, evidenzbasierte und praxisnahe Anwendung sicherzustellen.

Sie befasst sich umfassend mit dem natürlichen Zyklus der Frau, dem bewussten Umgang mit der eigenen Fruchtbarkeit sowie mit einer natürlichen Familienplanung ohne den Einsatz invasiver Mittel. Im Fokus steht dabei auch die Beobachtung neuer digitaler Entwicklungen wie Zyklus-Apps, vernetzte Devices (z. B. Wearables oder Sensorsysteme) und Softwarelösungen zur Zyklusbeobachtung und -auswertung Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den körperlichen Anzeichen und diagnostischen Kriterien des weiblichen Zyklus in den unterschiedlichen Lebensphasen. Untersucht wird, wie diese Formen der Selbstbeobachtung mithilfe verschiedener Methoden und digitaler Tools zur Empfängnisverhütung, bei Kinderwunsch sowie zur Erkennung und Einordnung von Zyklusstörungen sinnvoll eingesetzt werden können.

Sie versteht sich als Plattform für den interdisziplinären Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Natürlichen Fertilität. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zur Natürlichen Familienplanung (NFP) – insbesondere zu Wirksamkeit, Akzeptanz und Auswirkungen auf die Lebensqualität – sichtbar zu machen und deren Verbreitung zu fördern. Diese Ergebnisse sollen über ärztliche Fachkreise hinaus auch Politik, Bildungseinrichtungen und weitere relevante Akteure erreichen und so in die gesellschaftliche Diskussion und Praxis einfließen.

Zur Mitarbeit eingeladen sind Einzelpersonen sowie Forschungsgruppen, die sich wissenschaftlich mit Fragen der Natürlichen Fertilität und der Bestimmung des fertilen Fensters im Zyklus befassen. Die Sektion ist international vernetzt und steht im kontinuierlichen Austausch mit Institutionen und Initiativen weltweit, die auf diesem Forschungsfeld tätig sind.

Historisch geht die Sektion aus der seit 1984 bestehenden wissenschaftlichen Arbeitsgruppe Natürliche Familienplanung hervor. Diese begleitete zunächst ein Modellprojekt des Bundesgesundheitsministeriums von 1984 bis 1990, das anschließend in der Arbeitsgruppe NFP bei den Malteser-Werken in Köln fortgeführt wurde.

Zum Vorstand der Sektion gehören derzeit:
Dr. med. P. Frank-Herrmann/ Heidelberg (Leitung),
Dr. med. Tanja Freundl-Schütt/ Düsseldorf (stellvertretende Leitung),
Dr. med. S. Baur/ München, Prof. Dr. med. C. Gnoth/ Köln, Prof. Dr. med. T. Strowitzki/ Heidelberg,
Dr. med. Lisa-Maria Wallwiener/ München und Priv. Doz. Dr. med. Alexander Freis/ Heidelberg.
Die Sektion kooperiert mit dem NFP-Zentrum an der Universität Heidelberg, das die über fast 25 Jahre an der Universität Düsseldorf entwickelte Zyklusdatenbank fortführt und betreut.
Außerdem berät die Sektion wissenschaftlich die Arbeitsgruppe NFP/ Köln (www.nfp-online.de), die für die Sicherung des NFP Angebotes (NFP-Berater:innen-Ausbildung, Qualitätssicherung, Bereitstellung von Materialien für NFP-Interessent:innen und -Anwenderinnen) in Deutschland verantwortlich ist. Das Angebot der Arbeitsgruppe NFP firmiert unter der Trade Mark Sensiplan ( www.sensiplan.de).

 

Aktuelles:

26.01.2026: Pressemitteilung Heidelberg
Natürlich und sicher verhüten: Neuer Forschungsverbund will zuverlässigere Tests für zu Hause ermöglichen

Mit 2,8 Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt einen interdisziplinären wissenschaftlichen Verbund mit dem Ziel, Zyklus-Apps zur Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage einer Frau durch die Berücksichtigung biologischer Marker deutlich zuverlässiger zu machen. An dem auf drei Jahre ausgelegten Verbundprojekt unter Federführung der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg beteiligen sich Forschende sowohl der Universitäten als auch der Universitätsklinika Düsseldorf, Hamburg und Jena. 

27.01.2026, Pressemitteilung Biermann Medizin
„Natürlich und sicher verhüten: Neuer Forschungsverbund will zuverlässigere Tests für zu Hause ermöglichen“

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt stellt 2,8 Millionen Euro für ein interdisziplinäres Forschungsprojekt bereit. Ziel des wissenschaftlichen Zusammenschlusses ist es, Anwendungen zur Zyklusbeobachtung zu verbessern, indem zusätzliche biologische Kennzeichen einbezogen werden, um fruchtbare und nicht fruchtbare Phasen präziser zu bestimmen. (https://biermann-medizin.de/natuerlich-und-sicher-verhueten-neuer-forschungsverbund-will-zuverlaessigere-tests-fuer-zu-hause-ermoeglichen/)

01.01.2024: Erste S2k-Leitlinie zu nicht-hormonelle Empfängnisverhütung

Erstmals hat die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG e.V.) eine S2k-Leitlinie in den AWMF-Leitlinien zu nicht hormoneller Kontrazeption veröffentlicht. Ausschlaggebender Grund für die Idee, Empfehlungen zur Beratung in Bezug auf nicht-hormonelle Verhütung zu formulieren, ist eine deutliche Trendwende in Bezug auf die Wahl der Verhütungsmethode, die in den vergangenen Jahren zu beobachten ist.

 

Sektion Natürliche Fertilität (SNF):
Webseite: www.sektion-natuerliche-fertilitaet.de